Bretagne – Natur

80082_original_R_K_B_by_Michael-Bührke_pixelioDie abwechslungsreiche Sand- und Felsküste der Bretagne ist für alle Arten der Seevögel das wichtigste Refugium der französischen Atlantik- und Kanalküste. Daher erklärte man auch die Mündungsgebiete des Blavet (Morbihan) und des Goyen (Finistère) zu den größten Naturschutzgebieten Europas. Auf allen Spaziergängen beobachtet man unendlich zahlreiche See- und Wasservögel, die sich ihre reichhaltige Nahrung aus Flüssen, Seen und dem Ozean holen. Durch die etwa 14 Meter Gezeitenunterschied sind die Küsten der Bretagne wahre Fundgruben für Muscheln und Schnecken.

Einen Naturausflug ganz besonderer Art bietet die „Route des Phares et Balises“ (Leuchttürme und Seemarken). Wegen der Riffe und Inseln gerade an der Westspitze der Bretagne konzentrieren sich auf diesem Küstenabschnitt die meisten Leuchttürme und Seezeichen Frankreichs: 23 Leuchttürme, 63 Seefeuer, 14 Radarnavigationsstationen und 258 Bojen.

Auf den beiden Küsten-Wanderrouten (Sentiers de Grande Randonnee) GR 37 und GR 80 kann man das gesamte Küstengebiet erwandern und wird mit fantastischen Fernsichten aufs Meer belohnt.

Vom Leben und Kampf mit dem Meer zeugen viele kleine Kapellen und Gedenktafeln in den Häfen (z.B. auch im Fischerei-Hafen von Plouhinec-Poulgoazec), von denen einst die kleinen Fischerboote in die eisigen Gewässer Neufundlands und Island ausfuhren.

Bretagne - BootAuf den Friedhöfen entlang der Küste liest man auch heute noch häufig auf den Grabsteinen „disparu en mer“ (verloren ans Meer) und es gibt kaum eine der alten Meeresfischer-Familien, die nicht Vater oder Sohn betrauert. Für die alten Bewohner hat daher der Gruß „chao dann Anaohn!“ (Freude den Dahingeschiedenen) auch heute noch seine Aktualität.

Wer einmal einen Sturm und den dann tobenden Ozean erlebt hat, wird künftig seinen Fisch oder das Krustentier mit einer ganz besonderen Hochachtung vor diesem noch immer gefahrvollen Metier verzehren.